STAATSOPER

 

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STAATSOPER


Der Staat nichts anderes als eine grosse Oper? Mit einer winzig kleinen Gruppe von Opernstars und Regisseuren,

  • die schon vor mehr als 2000 Jahren die Oper von der göttlich gewollten Richtigkeit ihrer Macht aufgeführt haben,

  • die dann vor 400 Jahren eine Neuinszenierung mit einer Oper über die Verkörperung des Volks durch den Staat aufnahmen, 

  • vor 300 Jahren die Oper der absolut und vernünftigerweise richtigen Staatsmacht,

  • vor 200 Jahren die Oper davon, dass sich ihre Macht auf einen feierlichen Vertrag Aller stütze,

  • und nun seit gut 100 Jahren am Bundesplatz in Bern und in anderen Opernhäuser verschiedener Hauptstädte der Welt die Oper eines demokratischen Rechtsstaats, in dem die Menschen nicht von anderen Menschen, sondern von selbst erlassenen Gesetzen regiert werden;

und all diese Inszenierungen mit so eingängigen Melodien, elegant überspielten Texten, pompösen Auftritten und vor derart herrlichen Kulissen, dass wir, die vielen Staatisten, das alles für die Wirklichkeit halten. Wir könnten ja auch einfach aufhören, mitzuspielen.

 

 

 

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BÜCHER


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Staats-Oper Schweiz

Noch bevor Prof. Dr. iur. Valerie T. die Gefährlichkeit ihrer Staats-Oper-Theorie erahnte, fasste sie mit zwei Journalisten den Entschluss zu einem gemeinsamen Buch „Staats-Oper Schweiz – eine Staatsverfassung in Librettoform“; als spontane Idee einmal spät abends in der Bar ge­genüber dem Opernhaus nach einer eindrücklichen Nabucco-Inszenierung.

Als Valerie T. wenig später unter mysteriösen Umständen verschwand, entschlossen sich die beiden Journalisten, das Buch trotzdem zu schreiben. Einen Juristen zu finden, um bei der Verarbeitung der hinterlassenen Manuskripte, Entwürfe etc. behilflich zu sein, war schwierig, keiner wollte sich die Finger verbrennen. Schliesslich stiessen sie auf David Dürr, Jurist aus der gleichen Fachrichtung wie Valerie T., der Interesse zeigte und sich auch bereit erklärte, als Herausgeber des Buches verantwortlich zu zeichnen.


Das Buch Staats-Oper Schweiz – wenige Stars, viele Staatisten ist am 1. April 2011 (als behördlich bewilligter Aprilscherz) im Stämpfli Verlag erschienen.


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Das Wort zum Freitag

Eine Auswahl von gegen 70 Freitagskolumnen der Basler Zeitung in handlicher Buchform, thematisch gegliedert, unter anderem in

• Das Märchen von der Demokratie

• Institutionalisierter Diebstahl

• Staaten führen Kriege

• Alternativen zum Staat

 Und was einige Prominente dazu meinen:

„David Dürr ist ein Meister der Provokation. In seinen originellen, brilliant formulierten, witzigen, ironischen, satirischen Freitagskolumnen der Basler Zeitung kommentiert er das Weltgeschehen von seiner pointiert liberalen bis anarchistischen Warte aus.“ 
Prof. Dr. René L. Frey ehemals Rektor der Universität Basel

 „Dürrs Subversion liegt im Geistigen, seine Bomben sind Ideen, sein Messer ist der scharfe Verstand. … Er ist ein Glücksfall.“ 
Markus Somm Chefredaktor und Verleger der Basler Zeitung

 „Peinlich, schäbig, unanständig!“ 
Roland Stark ehemals Basler SP-Präsident

Das Buch ist im Münsterverlag erschienen.


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Artikel 1 und 4 Zivilgesetzbuch

Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage der Zürcher Kom­mentierung zu den Einleitungsartikeln

Art. 1 und 4 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) sind so etwas wie Quelle des staatlichen Rechtsquellenmonopols. Der erste Absatz lautet: „Das Gesetz findet auf alle Rechtsfragen Anwendung, für die es nach Wortlaut oder Auslegung eine Bestimmung enthält.“ Das staatliche Gesetz schreibt dem Richter also vor, dass er sein Urteil gemäss diesem Gesetz fällen muss. Genau gleich könnten aber auch Sie, liebe LeserInnen, oder ich oder irgendjemand sonst ein Gesetzbuch schreiben und in einem Art. 1 vorschreiben, dass dieses Gesetz nun für alle im Land verbindlich sei.

Das kann man auch dezent und akademisch formulieren, wie beispielsweise in die­ser Kommentierung:

„Das Rechtsquellenmonopol wird meist mit der entsprechenden demokratischen Legitimation begründet …. Doch allemal haftet ihm etwas Zirkuläres an. Im schweizerischen Privatrecht fällt namentlich auf, dass es nicht etwa die Verfassung ist, welche die Rechtsquellen de­finiert, sondern der Gesetzgeber selbst; bloss indi­rekt ergibt sich eine verfassungsmässige Absegnung dadurch, dass Art. 113 Abs. 3 BV die Selbstanmassung des Bundesgesetzgebers tabuisiert …... Diese Problematik wird nun aber relativiert durch den modernen methodologischen Zugang zur Auf­gabe der Rechtsfindung. Heute steht dem staatlichen Rechtsquellenmonopol des Gesetzes die wissenschaftliche Verpflichtung des Richters gegenüber, dieses Mo­nopol zwar durchaus entgegenzunehmen, es aber nicht zu «befolgen», sondern es zusammen mit diversen anderen Gewicht­steinen in die Waagschale zu legen.“

Dieser Kommentarband ist 1998 bei Schulthess Polygraphischer Verlag Zürich er­schienen.


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Diskursives Recht

Zur theoretischen Grundlegung rechtlicher Einflussnahme auf überindividuelle Konflikte

Diese juristische Habilitationsschrift von 1993, vorgelegt von David Dürr an der Universität Zürich, kommt ziemlich trocken daher. Doch birgt sie anarchistisches Potenzial. Denn sie sucht nach Grundlagen rechtlicher Verbindlichkeit bei Kon­flikten, die üblicherweise nicht rechtlich, sondern politisch entschieden werden. Man denke etwa an grossräumige überindividuelle Problemstellungen der Ökolo­gie. Was hat zu diesen das Recht zu sagen, wenn die Politik versagt? Und das tut diese ja in aller Regel, weil sie nicht nach sachlichen, sondern nach ideologischen Kriterien funktioniert.

Demgegenüber basiert Recht auf sachlichen Kriterien, ja spezifischer noch auf den Fakten selbst. Es ist die Faktizität des Konflikts, der vorwiegend physischen In­kompatibilität unterschiedlicher Positionen, aus denen sich rechtliche Konfliktlö­sungen ergeben. Und dies auch dann, wenn es keine staatlichen Gesetze gibt, die solches vorschreiben.

Dies eröffnet Möglichkeiten einer Rechtsordnung, die nicht nur ohne Staat aus­kommt, sondern diesen selbst unter die rechtliche Lupe nehmen kann; und zwar nicht im Sinn des traditionellen „Rechtsstaats“, der sich ja bloss rechtliche Privile­gien zuschanzt, sondern als unbestechliche Gesetzmässigkeiten des menschlichen Verhaltens, die den Staat und sein selbstherrliches Verhalten ziemlich schlecht aus­sehen lässt.

Das Buch Diskursives Recht ist 1993 bei Schulthess Polygraphischer Verlag Zürich erschienen.

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MEDIEN

Kolumnen - Essays - Artikel - Videos


 
 
 

Institutionalisierter Diebstahl

Recht statt Staat

Hoffnung auf den Staatskonkurs

Staaten führen Kriege

Die Schweiz und die Welt

Alternativen zum Staat

Aber natürlich

Andere Leute, andere Sitten

 

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DAVID DÜRR


David Dürr legt Wert auf korrektes Verhalten, geordnete Abläufe und stimmige Verhältnisse. Deshalb ist er Anarchist.

An-Archie verstanden im Sinn des Worts als Ordnung ohne „Arche“ (=griechisch Vorherrschaft), das heisst als Gesellschaftsordnung mit verlässlichen Verhaltensregeln, Ordnungsstrukturen und Verfahrensabläufen, notfalls auch mit handfesten Konfliktlösungen in fairen Prozessen – jedoch all dies ohne dass jemand in diesen Belangen für sich ein Monopol im Sinn einer obersten Vor-Herrschaft beanspruchen kann. Das würde nämlich – wie jedes Monopol – die Qualität des Rechts-, Ordnungs- und Verfahrensangebots verschlechtern, den Preis erhöhen und den Anbieter arrogant werden lassen. Gerade Letzteres ist im Bereich von Recht und Ordnung besonders gefährlich, wie die Geschichte immer wieder zeigt.

 

David Dürr ist Seniorpartner einer Anwaltskanzlei in Basel und Universitätsprofessor für Privatrecht und Rechtstheorie in Zürich.
Er wohnt in Basel, ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und mehrere Grosskinder.  

 

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KONTAKT


Das Formular wird an duerr(at)staatsoper.ch gesendet.

 
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